Speaker
Description
Wie werden Museen zukünftig mit ihren Besucher:innen und Fastbesucher:innen in Dialog treten? Ermöglicht die Erweiterung des Repertoires an Vermittlungsformaten und deren Anreicherung durch digitale Aspekte das Erreichen diverserer Dialoggruppen? Und wenn ja, welche Kriterien gilt es bei der Entwicklung digitaler oder hybrider Vermittlungsformate im Museumskontext einzubeziehen, wenn die Ansprache und Bindung diverserer Publika gelingen soll?
Diesen Fragen widmet sich vorliegender Vortrag unter Bezugnahme auf die Ergebnisse der Evaluation einer, im Rahmen des, von Interreg geförderten Forschungsprojekts „Neue Museumswelten“ entstandenen Toolbox (in digitaler und analoger Form vorhanden). Diese beinhaltet ein Set an modular kombinierbaren Werkzeugen für die holistische Organisationstransformation, welche auf die Erhöhung von Partizipation seitens der Besuchenden, aber auch der Mitarbeiter:innen ausgerichtet ist. Partizipation wird in diesem Kontext mit Carmen Mörsch (2013) eher als zirkulärer denn als linearer Prozess gedacht, wobei speziell eine Bewertung digitaler Räume, Interaktionsformen und -formate hinsichtlich möglicher Beteiligungsgrade vorgenommen wird.
Die, in den einzelnen Erhebungsschritten des Forschungsprojekts (Futures Workshops, qualitative Befragungen im Rahmen der Museumswalks, etc.) dargelegte, designorientierte Vorgangsweise stellt eine Anregung für Museen dar, sich mit dem Vergleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinanderzusetzen. Die gesammelten Ideen und Positionen stellen einen wertvollen Fundus dar, um auf Basis des Vergleichs von Fremd- und Selbstwahrnehmung an der eigenen Positionierung und Haltung weiterzuarbeiten und sich mit Diskursen zu Teilhabe, Inklusion, Partizipation und Communitybuilding auseinanderzusetzen.
Die Evaluation der Toolbox liefert Erkenntnisse über das Zusammenspiel unterschiedlicher Diskriminierungsmechanismen, welche auch bei der Entwicklung digitaler Formen der Ansprache, Bindung und Interaktion nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Die Ergebnisse wurden für die Erweiterung und Bewertung von, im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelten Zukunftsszenarien genutzt, welche sich - neben anderen Faktoren - stark auf das Ausloten von Chancen und Risiken digitaler Technologien für Museen fokussieren.
Literatur
Renz, T. (2015). Nicht-Besucherforschung: Die Förderung kultureller Teilhabe durch Audience Development. Bielefeld: Transkript Verlag
Sternfeld, N. (Hg.). Das radikaldemokratische Museum, Edition Angewandte, De Gruyter, Wien, 2018.
Mörsch, C. (2013). Zeit für Vermittlung: eine Online-Publikation zur Kulturvermittlung, Zürich, IAE ZHdK, Online unter: https://www.kultur-vermittlung.ch/zeit-fuer-vermittlung/download/pdf-d/ZfV_0_gesamte_Publikation.pdf (letzter Zugriff 30.4.2024)