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Seit 2020 gibt es auf Initiative des Landes Berlin die Projektförderlinie „Digitale Entwicklung im Kulturbereich“. Die geförderten Projekte reichen von der Kompetenzerweiterung über die Entwicklung technischer Lösungen wie Software oder Plattformen bis hin zu digitalen Kunst- und Kulturformaten. Ziele der Initiative sind, das Digitalbewusstsein und die Digitalkompetenz in der Berliner Kulturlandschaft zu stärken und dadurch insbesondere auch die Teilhabe am Kulturangebot der Hauptstadt zu steigern. Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf) untersuchte im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitforschung inwiefern das gelingt.
Hierfür begleitete das IKTf die ersten 18 Förderprojekte der Förderlinie im Zeitraum Oktober 2020 bis Februar 2022 während des gesamten Förderzeitraums. Die Förderung fand inmitten der COVID-19-Pandemie statt. Eine Selbstevaluation und leitfadengestützte Interviews mit den Projektbeteiligten bildeten die wesentlichen methodischen Bausteine des mehrstufigen Studiendesigns. Sie geben Einblick in die exemplarischen Auseinandersetzungen der Kulturtätigen mit den unterschiedlichen digitalen Möglichkeiten ihrer künstlerischen Arbeit und zeigen sowohl Barrieren als auch Potenziale der digitalen Entwicklung im Berliner Kulturbereich auf.
Aus den zahlreichen Ergebnissen dieses Projekts soll im Rahmen des Vortrags auf die folgenden wesentlichen drei Aspekte der Digitalisierung des Kulturbereichs eingegangen werden:
Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung digitaler künstlerischer Inhalte oder auch Vermittlungsformate ist die Entwicklung technischer Expertise und das Vorhandensein einer technischen Ausstattung. Die Selbstbefähigung, die Kooperation mit IT-Fachleuten und die Zugänglichmachung der daraus gewonnen Erkenntnisse und Fähigkeiten können, so die Erkenntnis der Studie, wichtige Hebel für den Aufbau nachhaltiger Digitalkompetenzen darstellen.
Viele der Förderprojekte setzten sich außerdem mit den digitalen Möglichkeiten neuer Zugänge zu Kunst- und Kultur auseinander. Hierzu gehörten sowohl die Konzeption neuer Kunst- und Kulturräume, die Sichtbarmachung des kulturellen Erbes als auch die Gewinnung neuer Zielgruppen (Besucherinnen und Künstlerinnen) durch digitale Vermittlungsformate.
Der dritte Fokus soll auf die Rahmen- und Gelingensbedingungen für die digitale Entwicklung im Berliner Kulturbereich gelegt werden. Welchen Barrieren sahen sich die Projektbeteiligten gegenüber? Welche Rolle spielt die digitale Infrastruktur in Berlin und wie können die gewonnenen Ergebnisse der Projektbeteiligten nachhaltig eingesetzt und das gewonnene Wissen für andere Kulturtätige zugänglich gemacht werden?
Literatur:
Nörenberg, Britta (2023): Beforschung der Förderlinie „Digitale Entwicklung im Kulturbereich“. Ergebnisse aus der ersten und zweiten Förderlinie, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (Schriftenreihe Kulturförderung des IKTf, Nr. 2), Berlin.
Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) (2021). Kulturen im Digitalen Wandel. Perspektiven des Bundes für Vermittlung, Vernetzung und Verständigung. Berlin: Juli 2021. https://www.bundesregierung.de/statisch/kulturenimdigitalenwandel-bkm/#0.
Senatsverwaltung für Kultur und Europa (2020a). Förderrichtlinie Digitalen Entwicklung im Kulturbereich im Land Berlin. https://www.berlin.de/sen/kultur/kulturpolitik/kulturelle-teilhabe/digitalisierung/foerderprogramm-digitale-entwicklung/.
Technologiestiftung Berlin (2023b). kulturBdigital. Förderrichtlinie. https://kultur-b-digital.de/foerderrichtlinie/.
Tewes-Schünzel, Oliver; Allmanritter, Vera (2022): Kulturelle Teilhabe in Berlin 2021. Digitale Kulturangebote: Nutzung, Bewertung und Teilhabe. kurz&knapp-Bericht Nr. 2, Berlin.
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